Notenscheibe.de
Musiktheorie verstehen statt auswendig lernen

Einführung

Halbtonschritte zum Abzählen

Um in die Harmonielehre einzusteigen, muss man erstmal nur alles in Halbtonschritten abzählen: Tonabstände, Tonleiterstufen und die Intervalle innerhalb der verschiedenen Dreiklangarten. Halbtonschritte sind nämlich die kleinste (erwünschte) Tonhöhenabstandseinheit in der Musik, also das kleinste Intervall.

Beginnen wir mit der Notenzeile: Sie erweckt den Eindruck, als könne man an ihren Linien wie an einem Lineal Tonabstände direkt ablesen. Doch der Schein trügt, sie ist krumm und schief.

Ordnung aller Töne

Tonspirale in der Web-App

Betrachten Sie die Tonspirale. Wandert man von irgendeinem Ton (z.B. a') mit dem Blick eine Runde im Uhrzeigersinn, so gelangt man genau eine Oktave höher (a''), das sind zwölf Halbtonschritte. Der Ton dort ist mit dem selben Buchstaben bezeichnet wie der weiter innen, da er ihm im Klang sehr ähnlich ist. Das liegt daran, dass a'' genau doppelt so oft in einer Sekunde schwingt wie a'. Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, Frequenz genannt, wird in Hertz (Hz) angegeben, und wurde für den sog. Kammerton a' willkürlich auf 440 Hz festgelegt. Das ergibt für die Frequenz von a'' 880 Hz, und für das tiefere a 220 Hz.

Falls Sie es mathematisch mögen: Das Frequenzverhältnis zweier Töne beträgt stets 2Anzahl Oktaven. Allgemeiner entspricht dem Winkel φ in der Notenscheibe das Frequenzverhältnis 2φ/360°, für einen Halbtonschritt (1/12 Oktave bzw. 30°) ergibt sich: 21/12 = 12√2. Mit diesen Informationen können Sie sich die Frequenzen aller Töne in gleichstufiger Stimmung selbst berechnen. Die Tonspirale sollte übrigens besser als logarithmische Spirale ausgeführt werden, dies wäre hier jedoch zu unübersichtlich.

Die Notenscheibe im Halbtonschritte-Modus

Sie ist rund: Eine Umdrehung entspricht einer Oktave, also zwölf Halbtonschritten. Man gelangt dabei wie in der Tonspirale gezeigt zu höheren oder tieferen Tönen mit demselben Buchstaben.

Die größte Scheibe zeigt alle Töne, die ein Instrument typischerweise erzeugen kann (Tonvorrat).

Aus diesen Tönen wählt nun die Tonleiter (zweitgrößte Scheibe) etliche aus, die gut zueinander passen. Jede Tonleiter ist durch ihr Muster der Tonauswahl charakterisiert, das von einem frei wählbaren Grundton (I. Stufe) ausgeht. Aus den Tönen, die zu der jeweiligen Tonleiter gehören (leitereigene Töne), wird nun ein Stück komponiert.

Vorzeichen werden benötigt, um die Töne, die die Tonleiter ausgewählt hat, auf der Notenzeile schreiben zu können. Wenn man keinerlei Vorzeichen (oder Versetzungszeichen) benutzt, kann man auf der Notenzeile nur die sog. Stammtöne notieren (einfach nur ein Buchstabe, ausgenommen das deutsche B). Zu Vorzeichen siehe auch: Die Notenzeile ist krumm und schief

Dreiklänge (kleinste Scheibe) werden bevorzugt aus tonleitereigenen Tönen aufgebaut. Einen solchen Dreiklang erkennt man in der Web-App am Zusammentreffen von kleinen schwarzen Halbkreisen zu einem Vollkreis. In diesem Fall haben alle drei Töne des Dreiklangs je eine Tonleiterstufe für sich "gefunden".

Bei Dur-Tonleitern können Dur-Dreiklänge auf der I., IV. und V. Stufe allein mit leitereigenen Tönen aufgebaut werden. In der Funktionstheorie werden diese Stufen Tonika, Subdominante und Dominante genannt. Bemerkenswert ist, dass die Intervalle Subdominante—Tonika und Tonika—Dominante jeweils Quinten sind.
Dasselbe ergibt sich für Moll-Dreiklänge auf Moll-Tonleitern.
Dur-DK auf Moll-TL bzw. Moll-DK auf Dur-TL sind dagegen genau drei Halbtonschritte "neben" TSD auf den jeweiligen TSD-Parallelen möglich.

Nun sind Sie gewappnet, um die Web-App zu erkunden.